Referate/Seminare - Palliative Care

Andern zur Last fallen
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In der palliativen Versorgung stellt sich grundsätzlich die Frage, wer wem zur Last fällt. Häufig empfindet der Patient seine Situation nicht nur für sich sondern auch für die Angehörigen als Belastung. Der Verschonmechanismus, der oft gegenseitig praktiziert wird, führt zu einer fatalen Isolation. Sowohl der Patient wie auch seine Angehörigen blockieren dabei ihre eigene Emotionalität. Somit stellt sich eigentlich nicht die Frage "wer fällt wem zur Last?" sondern "was fällt wem zur Last?".
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Angehörige: Zwischen Störfall und Brücke
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Die Rolle der Angehörigen in der Beziehung zum kranken Familienmitglied ist grundsätzlich schwierig einzuschätzen. Ihr Verhalten wirkt oft im Alltag der Ärzte und Pflegenden blockierend, oft sogar störend. Anhand der Aufgaben, die die Angehörigen zu bewältigen haben und verbunden mit den Verhaltensweisen, die sie zeigen, lassen sich "Störfälle" konstruktiv einbinden und führen zu einer ressourcenorientierten Beziehung, dies sehr zum Wohl von allen Beteiligten.
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Begleitetes Sterben: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
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Sterbebegleitung ist in Mode. Ausgebildete, teils freiwillige Helferinnen leisten viele Einsätze. Das Sterben in einer Institution (Spital, Heim) oder zu Hause erfordert von allen Beteiligten eine hohe Sensibilität. Jeder Patient hat auf dem Weg hin zu seinem Tod Ansprüche, die seinerseits oft nicht formuliert werden. Die klare Kommunikation im System verbunden mit dem tabufreien Umgang der individuell belastenden Fragen erfordert eine Professionalität, die mehr ist als Begleitung. Durch qualifiziertes Coaching des Systems unter Berücksichtigung von Lebensqualität, Familiendynamik und der Ressourcen der einzelnen Systemteile können die zu leistenden Schritte gemeinsam durchlebt werden.
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Dem Tod begegnen oder: Ist Kreativität auf dem Amt verboten?
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Anfangs der 80iger Jahre begann ich aufgrund der eigenen Untersuchungen zu realisieren, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Angehörigen nicht mit der Funktionalität von Beamten korrespondieren. Ein langer Kampf mit vielen Gesprächen und Auseinandersetzungen führte letztendlich dazu, dass in den Amtsstuben mehr Kreativität entstand. Funktionalität und Emotionalität lassen sich sehr wohl verbinden, dann nämlich, wenn beide Seiten in kooperativer Absicht das maximal mögliche unter Hinterfragung der bisherigen Konventionen umsetzen.
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Meilensteine auf dem Weg zum Sterben
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Menschen mit terminaler Erkrankung durchwandern schmerzhafte Stationen des Abschiednehmens. Persönliche Veränderung in körperlicher und seelischer Hinsicht bleiben sowohl dem Patienten wie auch seinen Angehörigen nicht verborgen. Anhand des Sterbens meiner Mutter versuche ich aufzuzeigen, wie wir als Familie mit den sich uns stellenden Problemen umgegangen sind und mit der Mutter zusammen versucht haben, die wichtigen und entscheidenden Fragen zu lösen.
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Nahe sein in schwerer Zeit
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Zum Kreis der Angehörigen gehören: intrafamiliäre, extrafamiliäre, exfamiliare und berufliche Bezugspersonen. In diesen vier Gruppen entstehen im Verlaufe der Beziehung Dynamiken, die wesentliche Bestandteile der Begleitung werden. Angehörige erleben sich in ihrer Beziehung zum kranken oder sterbenden Familienmitglied oft ambivalent. Das Erkennen der Ambivalenz und die Suche nach dem Weg der Transparenz verhilft dem Patienten und seinen Angehörigen zu einer konstruktiveren Begegnung auf dem Weg zum Tod.
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Psychotherapie und Palliative Care: Gedanken zur Ethik in der Psychotherapie
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Sinn und Ziel der Psychotherapie ist es, Leidenszustände zu verstehen, zu verändern, zu lösen oder zu lindern (kuratives Interesse). Ferner wird Psychotherapie durchgeführt um Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung zu fördern (emanzipatorisches Interesse). Als ethisches Ziel deklariert sie, die Entfaltung der Lebensmöglichkeit des Einzelnen sowie der Gesellschaft zu fördern und Kultur zu unterstützen, um Selbstbestimmtheit und Anpassungsfähigkeit in ein dynamisches Gleichgewicht zu bringen. Dies ist auch in der palliativen Versorgung von grosser Bedeutung und soll analog der Barcelona Deklaration (November 1998) umgesetzt werden.
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Palliative Care: Gratwanderung zwischen Licht und Schatten
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Die Patienten durchwandern ein schattenüberzogenes Leben, in dem oft das Licht durch die Begegnung mit Angehörigen, Freunden, Bekannten, Verwandten, Pflegenden oder Ärzten partiell erscheinen mag. Vielen Menschen fällt es schwer, diese Spannung zwischen Licht und Schatten auszuhalten, weil deren Inhalte oft zuwenig bekannt sind.
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Psychosoziale Versorgung von Palliative Patienten: Zwischen Macht und Ohnmacht
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Palliative Care ist eine Herausforderung an die Pflegenden, die Ärzteschaft, die Thera-peuten/-innen, die Seelsorger/-innen und alle, die mit schwerkranken und sterbenden Menschen in Beziehung stehen. Schon bei der Eröffnung der Diagnose entstehen schwierige Momente, die oftmals in kommunikativer Hinsicht verantwortlich sind für Fehlentwicklungen. Das Pendeln zwischen Macht und Ohnmacht führt oft zu Störungen, die die verschiedenen Systeme der Beziehungen nicht nur beeinträchtigen sondern gar blockieren können.
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Seelische Schmerzen erkennen lernen
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Die Patienten erfahren im Verlaufe der Krankheitsentwicklung Schmerzen, die sich weder lokalisieren noch messen lassen. Seelische Schmerzen sind unsichtbare Schmerzen und begründen sich in der intrapsychischen Entwicklung, der partnerschaftlichen und familiären Veränderungen und dem Verlust der sozialen Vernetzung. Wie können seelische Schmerzen erfasst und behandelt werden?
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Systemischer Ansatz einer psychosozialen Betreuung
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Viktor von Weizsäcker schrieb in seiner Zeitschrift, die er 1926 mit Martin Buber zusammen herausgegeben hat, von "Seelischen Grundlagen des Gesundungswillens". Viktor E. Frankl, der Wiener Psychotherapeut hat mit seiner Lehre zum "Sinn des Lebens" (1975) wichtige Eckpunkte zu einer ressourcenorientierten Auseinandersetzung gesetzt. Der jüdische Psychotherapeut Aaron Antonovsky (1988) gibt mit seinem Konzept der Salutogenese jene Impulse, die den Fokus von der pathogenethischen Sichtweise auf die Ressourcen der im Prozess involvierten Persönlichkeiten lenkt. Diese Denkweisen sollten in der Palliative Care unter Anwendung systemischer Gesetzmässigkeiten genützt werden.
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Was ist Lebensqualität
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Sowohl bei einer schweren Erkrankung wie auch bei der Entwicklung hin zum Sterben stellt sich für alle Beteiligten die Frage nach der Lebensqualität. Ein Patient lebt noch und in diesem Leben ist Lebensqualität zu suchen. Die Parameter dazu liefert der Patient in Zusammenarbeit mit seinen Angehörigen. Was ist Lebensqualität? Was fördert oder fordert Lebensqualität?
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